IDEA Maschinenfabrik (Simplicia, Clou,Iduna)

Patentgeschichte - Industriegeschichte - Geschichten rund ums Bleistiftspitzen

 

Die Geschichte der Idea Maschinenfabrik (Leipzig) und ihrer Spitzmaschinen

Die Firma Idea Maschinenfabrik (Leipzig)

Ein Vorläufer der IDEA Maschinenfabrik war eine kleine Firma von Martin Berndt (Apparatebau, Ingenieurbüro) in Leipzig-Eutritzsch, Delitzscher Str. 11.

Die Firma wurde November/Dezember 1919 in das Handelsregister eingetragen als "Martin Berndt, Apparatebau", Geschäftszweig: Betrieb eines Fabrikationsgeschäftes für Herstellung von Büromaschinen und Apparaten aller Art. Sie ist 1920 auch unter "Büromaschinen" im Leipziger Adressbuch eingetragen.

Vor 1920 gibt es im Leipziger Adressbuch einen Eintrag "Martin Berndt, Oberingenieur in D F W, Gohlis". Offensichtlich arbeitete Berndt bei den Deutschen Flugzeugwerken. Diese wurden 1911 in Lindenthal bei Leipzig zunächst als Sächsische Flugzeug-Werke gegründet. Gohlis bzw. Lindenthal liegen genau neben Eutritzsch, es handelt sich bei der Eintragung sicher um Berndt, der sich vielleicht Ende 1919 selbstständig machte.

Martin Berndt stellte eine Spitzmaschine nach dem Fräserprinzip her, die er EMBE nannte (offensichtlich nach den Initialen seines Namens (M. B.). Am 8. Oktober 1919 erschien ein deutsches Reichspatent mit dem Titel "Schreibstiftspitzmaschine" von Martin Berndt (Leipzig-Eutritzsch). Veröffentlicht wurde das Patent aber erst am 30. September 1921. Sie wurde 1920 als Universal-Bleistiftspitzmaschine EMBE beworben, aber nur kurz hergestellt. Im Adressbuch von 1921 taucht die Firma in der Kategorie "Büromaschinen" auf. Wahrscheinlich verkaufte Berndt bereits 1921 die Rechte an die IDEA Maschinenfabrik. Seine Firma in Eutritzsch existierte aber auch nach 1920. Bis 1925 ist sie noch mit "Martin Berndt Apparatebau Delitzscher Str. 11" eingetragen. 1926 wird dann die Adresse von Martin Berndt Apparatebau mit Dittrichring 3i angegeben. Er selbst wohnte wohl auf der Fichtestr. 3. Im nächsten Jahr verschwindet dann der Firmeneintrag. 1929 steht schließlich auch Berndt nicht mehr im Leipziger Adressbuch.

Mörikestr. 11

Die IDEA Maschinenfabrik ist 1924 als IDEA GmbH in Leipzig unter "Bürobedarf" mit Adresse Salzgäßchen 6 eingetragen. Im Folgejahr ist die Firma erstaunlicherweise als IDEA Aktiengesellschaft Salzgäßchen 6, Handelshof und auch mit "Zackenmuster - Schneidemaschinen, Heftapparate" notiert.

1925 wird in der Zeitschrift für Bürobedarf im März 1925 auf einen IDEA-Produktkatalog hingewiesen:

Ab dem Jahr 1935 ist die Firma dann auf der Lilienstr. 25 angesiedelt.

Ein Hans Michaelis übernahm wahrscheinlich erst irgendwann in den 30er Jahren die Firma. Er wohnte 1935 auf der Karl-Krause Str. 21 in Leipzig und wird im Adressbuch mit Beruf "Kaufmann" bezeichnet. Vorher hatte er zumindest keinen eigenen Haushalt in Leipzig. Ab 1936 bis mindestens 1943 wohnte Michaelis auf der Waterbergstr. 10 in Leipzig.Wegen eines von ihm im April 1937 angemeldeten Patentes zu einem "Streifenschneider" wird er da wohl schon mit der Firma im Zusammenhang gestanden haben. Im Adressbuch 1939 findet sich dann sein Name als Inhaber der Firma.

Auch nach dem Krieg war die IDEA Maschinenfabrik zunächst noch in Leipzig ansässig. So findet man in den Jahren 1947 bis 1949 im Handelsregister den Eintrag als Büromaschinenhersteller "Hans Michaelis Lilienstr. 25 Inh. Hans Michaelis, Prok. Helmut Knauer". Hans Michaelis war also weiter Inhaber. Ein gewisser Helmut Knauer hatte Prokura. Im Namensteil des Adressbuches gab es nur einen Helmut Knauer, nämlich "Helmut Vulkanis (?!) Knauer, Fliederhof 22".

Hier ein Eintrag in einem Branchenadressbuch aus dem Jahr 1949:

Auch Ende 1951 war die Firma noch in Leipzig angesiedelt, wie folgende Rechnung beweist:

Michaelis selbst wohnte mindestens bis 1949 weiterhin in der gleichen Wohnung, wobei man die Waterbergstraße nach dem Krieg in Neumannstraße umbenannt hatte.

Die Firma Idea Maschinenfabrik (Berlin)

In den Jahren nach 1951, also bereits nach Gründung der DDR, ging Hans Michaelis mit seiner Firma nach Westberlin. Aus einem 1954 angemeldeten Patent wissen wir, daß er selbst zu dieser Zeit in Charlottenburg, Witzlebenstr. 36 wohnte.Allerdings gibt es einen Hinweis durch einen offensichtlich aus der DDR stammenden Verpackungskarton, der auch auf 1954 verweist. Vielleicht erfolgte in diesem Jahr der Wechsel.

Im Berliner Telefonbuch findet sich ein Eintrag der Firma IDEA-Maschinenfabrik in den Jahren 1955 bis 1960/61, hier beispielhaft der für 1956:

Die Firma war nun eine Kommanditgesellschaft und firmierte als IDEA-MASCHINENFABRIK Hans Michaelis KG. Sie befand sich in Charlottenburg am Kaiserdamm 11 (nur 5 Minuten Fußweg von der Witzlebenstr. 36 entfernt).

Nach 1961 scheint die Firma erloschen zu sein.

 

Verbindung der IDEA Maschinenfabrik nach Dresden

Es gibt eine interessante Verbindung der IDEA Maschinenfabrik nach Dresden.

In einem Dresdner Branchenadressbuch taucht 1925 folgende Eintragung unter der Kategorie "Büromaschinen" auf:

"IDEA AG Kl. Plauensche Gasse 60"

Gemeint ist hier die Kleine Plauensche Gasse, die mit insgesamt 64 Hausnummern gar nicht so klein war. Die Gegend wurde im Krieg leider stark zerstört und später völlig neu bebaut. Was dort nun tatsächlich hergestellt oder auch anderweitig gemacht wurde (z. B. Lager) ist völlig unbekannt.

Im Dresdner Adressbuch von 1925/26 ist dort allerdings im Hinterhaus "Richard Schleinitz, Maschinenfabrikation" eingetragen, ein Eintrag der IDEA fehlt dagegen.

Dies kann man so auch die nächsten Jahre finden, bis 1920? dann zusätzlich im Hinterhaus auch folgender Eintrag auftaucht:

"Johannes Maase, Fabrikation"

Es gibt in einem der folgenden Jahre (im Moment nicht angebbar, wann genau) einen Eintrag für Maase unter "Bleistiftspitzmaschinen", er muß also irgendwas damit und/oder der IDEA GmbH zu tun gehabt haben.

Johannes Maase wurde wahrscheinlich am 27. Juni 1882 in Breslau/Schlesien als Sohn von Paul Maase und Bertha Rahn geboren. 1920 ist er in Dresden als kaufmännischer Beamter, wohnhaft Querstraße 48 (Erdgeschoss) verzeichnet. Zwischen 1924 und 1926 wohnte er dann auf der Feldstr. 7.

Zwischen 1935 und 1941 steht in den Adressbüchern:

"Johannes Robert Maase, Kaufmann, Metallwarenfabrikation, Marschallstr. 41 II, Firma Kl. Plauensche Gasse 60", 1943/44 dann "Johannes Robert Maase, Kaufmann, Marschallstr. 41 II"

 

Bleistiftspitzmaschinen Simplicia und Clou

Simplicia

Am 28. Februar 1922 meldete die IDEA GmbH in Deutschland ein Patent mit dem Titel "Selbstspannendes Klemmfutter für stabförmige Werkstücke" an, was am 21. August 1924 veröffentlicht wurde. Aus dem Inhalt:

Das dargestellte Patent scheint aber nicht im Zusammenhang zustehen mit der nachfolgenden Sternmesser-Spitzmaschine Simplicia. Diese Bleistiftspitzmaschine gab es wahrscheinlich ab dem Jahr 1924, vielleicht auch schon 1923.

Hier eine Annonce, die wahrscheinlich aus dem Jahr 1925 stammt:

Hier wird die Maschine schon mit dem Attribut "bewährt" bezeichnet. Sie funktioniert nach dem Cutterprinzip mit einem 6schneidigem Messer und ähnelt stark dem damaligen Marktführer solcher Bleistiftspitzmaschinen, der Dresdner Avanti. Bisher ist nur eine Ausführungsform bekannt, d. h. es gibt in der Gestaltung der Maschinen keine sichtbaren Unterschiede. Sie ist bis auf die Bezeichnung auf dem Spänebehälter wohl identisch mit der Stern der Krauthaus & Co, auch aus Leipzig. Letztere Firma war eher ein Handelshaus und verkaufte auch mal die Avanti, weshalb es sehr wahrscheinlich ist, daß die IDEA GmbH / AG der originäre Hersteller war.

Hier eine Poster- oder Werbeabbildung der Simplicia, wahrscheinlich aus dem Jahr 1926:

Im Handbuch für Büromaschinen (1927) steht folgende Eintragung für die Simplicia:

Hier Abbildungen einer solchen Maschine:

 

Neben dem Schriftzug Simplicia und einem Firmenlogo der IDEA ist auch in schwarz notiert D.R.G.M." dies steht für Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster. Dieses ist bisher aber noch nicht bekannt.

Hier weiterhin Bilder einer anderen, gut erhaltenen Maschine diesen Typs:

 

Das Abziehbild sieht hier anders aus. Schrift und Logo sind nun nicht mit Goldschrift ausgeführt, sondern Schwarz. Das Logo ist mit Weiß ausgefüllt. Es fehlt auch der Hinweis auf das Gebrauchsmuster. Unklar bleibt, ob das auf einen anderen Herstellungszeitraum hinweist (vor Gebrauchsmuster, nach Ablauf des Gebrauchsmusterschutzes).

Zwei weitere Bilder dieser Maschine:

Alle Maschinen zeigen die typischen gelblichen Zierränder auf dem Gehäuse, auf dem Fuß ein Strich, auf der Rückseite zwei Striche.

Weiterhin gab es eine baugleiche Maschine mit Namen Mephisto von L & C Hardtmuth. Eine Abbildung kann hier nicht gezeigt werden. Sie war wahrscheinlich ein Auftragsbau von IDEA für die große Firma Hardtmuth und sollte in die entsprechende Produktreihe von Hardtmuth mit Namen Mephisto passen. In analoger Weise ließ sich Hardtmuth auch eine Spitzmaschine EROS von der kleinen Dresdner Firma Johann Weiss herstellen, siehe hier.

Schließlich gab es wohl noch ein weiteres baugleiches Modell einer Moment AG aus Berlin (um 1924), wobei diese Firma bisher nicht näher identifiziert werden konnte.

In Berlin gab es auch einen Vertreter für die IDEA-Spitzmaschinen und zwar war das Erich Täubert. Im 1940er und 1941er Adressbuch gibt es folgende Eintragung:

Er vertrieb zu dieser Zeit die Bleistiftspitzmaschine Clou und auch die unten thematisierte Fräser-Spitzmaschine Iduna. Die Adresse war Hollmannstr. 11. Er ist unter Bürobedarf verzeichnet, aber mit dem Hinweis "Verkauf nur an Wiederverkäufen".

Von der Hollmannstr. 41 aus vertrieb übrigens ein Arthur Täubert die Jupiter-Spitzmaschine, sicherlich ein Verwandter von Erich.

Erich Täubert verkaufte (wahrscheinlich Anfang der 30er Jahre) auch eine eigene Spitzmaschine mit Namen Constanta, die wohl der Simplicia glich (siehe eigene Seite). Er war wohl eher Großhändler, vertrat auch andere Büroartikel, wie Heftmaschinen. So ist es sehr wahrscheinlich, daß die Constanta nur eine für ihn exklusive Ausführung der Simplicia war bzw. quasi die Nachfolgeproduktion nach der Einstellung der Simplicia.

Clou

Der Verkaufsstart der Bleistiftspitzmaschine Clou der IDEA Maschinenfabrik war einige Jahre später, als der der Simplicia. Vielleicht löste sie diese auch ab. Nach einem Eintrag in Burghagens Zeitschrift für Bürobedarf wurde sie ab 1930 angeboten. Sie funktioniert genauso nach dem Cuttermesser-Prinzip, weist jedoch einige abweichende Besonderheiten im Vergleich zu den anderen Maschinen der "Avanti"-Klasse auf.

IDEA GmbH, Maschinenfabrik 24. Juni 1928, herausgegeben 20. Januar 1932 "Spannfutter für Bleistiftspitzmaschinen"

Hier zwei Abbildungen einer solchen Maschine:

Neben der Beschriftung "CLOU" ist auch das IDEA-Logo abgebildet. Der Korpus und der Spänebehälter unterscheiden sich in der Form von ähnlichen Maschinen. Auch wurde die Spitzmaschine stets mit einem Holzfuß geliefert. Die Clou besitzt einen aus einem Polymermaterial (Phenoplast ?) hegestellten durchsichtigen Schutzeinsatz, der natürlich nach der langen Zeit häufig defekt ist oder ganz fehlt. In der Anfangszeit hatte die Maschine auch eine kleine Feile.

Ein Problem für die Haltbarkeit der Clou ist die verwendete Metalllegierung. Die Maschine besteht aus einer Zinklegierung, die leider das Phänomen der Zinkpest zeigt. Diese Erscheinung, nicht zu verwechseln mit der Zinnpest, tritt bei Zinkdruckgußlegierungen auf, die mit ungeeigneten Legierungsmischungen hergestellt wurden. Sie ist unaufhaltbar, wird durch hohe Luftfeuchtigkeit gefördert.

Hier ein Foto von einer weiteren solchen Maschine mit eingestecktem Bleistift, welche einen zusätzlichen Adressaufkleber aufweist:

Wahrscheinlich wurde diese Maschine in Bernburg vom Büromaschinenhändler Gustav Friedrich verkauft. Im Bernburger Handelsregister gab es 1927 tatsächlich einen Eintrag für Gustav Friedrich, Kaufmann als inhaber. Allerdings war die Firma auf der Kaiserstr. 23 und nicht auf der Wilhelmstr. angesiedelt, auch 1929/30 war das so. 1924 war unter Kaiserstr. 23 noch Gustav Friedrich, Mechaniker (ohe Firma) eingetragen. Die stimmt mit der oben erwähnten Nennung in der Bürozeitschrift überein, die Maschine stammt aus der Zeit nach 1930, genauer ist es leider nicht eingrenzbar.

Hier ein weiteres, gut erhaltenes Exemplar:

Im seitlichen Foto ist sehr gut die Minenlängeneinstellung zu sehen, die hier sehr originell beschriftet ist:

Die Rückseite ist nicht wie bei den verschiedenen Maschinen vom Avanti-Typ (einschließlich der Simplicia) rechteckförmig ausgeführt und es fehlen auch die üblichen Zierstriche:

Dafür ist ein Hinweistext als Abziehbild aufgebracht:

Es gab auch noch ein weiteres Modell der Clou, die unter anderem Namen verkauft wurde. Nämlich eine "LUNA", die von Staedtler 1935 angeboten wurde, wie folgende Katalogabbildung beweist:

LUNA war eine Marke von Staedtler und die Spitzmaschine wurde garantiert von IDEA hergestellt und nur entsprechend beschriftet. Im Text wird ausdrücklich auf Patente und Gebrauchsmuster, die "genaue" zentrische Führung, den Spezialkonus, die Einstellskala für die Spitzenlängen, die "automatische" Ausschaltung, sowie auf die Minenfeile, die diese Maschine also besaß, hingewiesen. Ein erhaltenes Exemplar dieser Ausführung ist zur Zeit nicht bekannt.

Die Clou ist auch nach dem Krieg noch weiter produziert worden. In einem Messbericht zur Leipziger Frühjahrsmesse wird sie erwähnt. Eine Druckgenehmigungsnummer auf einem Originalkarton soll auf das Jahr 1954 hindeuten. Auch 1957 gab es noch eine Markenanmeldung für CLOU-Bleistiftspitzmaschinen für die dann in Berlin ansässige IDEA, aber das muß nicht heißen, daß die Maschine auch wirklich noch hergestellt wurde.

 

Spitzmaschine atlantic der Fa. atlantic Büromaschinen

Es gab noch eine weitere Spitzmaschine, die dem "CLOU-Typ" entsprach. Es handelt sich um die "atlantic". Sie wurde von einer atlantic Büromaschinen KG angeboten. Hier eine Anzeige aus der Allgemeinen Papier-Rundschau vom Dezember 1949:

Diese "Blei- u. Buntstift-Spitzmaschine" ähnelt von der Zeichnung her sehr der Clou. In der Fachzeitschrift wird ein Preis von 24 DM genannt und ein Wiederverkaufsrabatt von 33 1/3 %. Es ist recht wahrscheinlich, dass hier ein Weitervertrieb von billig aus der "Ostzone" eingekaufter Ware erfolgte.

Neben der atlantic Büromaschinen KG wird in der Anzeige noch eine Busch, Schürmann & Co. genannt mit Adresse in Frankfurt/Main, West 13, Falkstr. 110.

Im Frankfurter Adressbuch von 1954 sind die Bewohner dieses Hauses wie folgt aufgezeichnet:

W. Schürmann, Kaufmann, ist sowohl als Eigentümer des Hauses, als auch mit dem Zusatz Büromaschinen eingetragen. Michael Busch ist als Verwalter (?) notiert, die Fa. atlantik Büromaschinen GmbH, anders als oben jetzt als GmbH und mit "k" geschrieben. Im Firmenteil des Buches ist die atlantic Büromaschinen GmbH als Händler/Großhändler von Büromaschinen eingetragen. Mehr ist über die sicher sehr kleine Firma nicht bekannt.

 

Bleistiftspitzmaschinen EMBE, IDEA und IDUNA

Die Bleistiftspitzmaschinen nach dem Fräserprinzip waren wahrscheinlich das Hauptprodukt der IDEA Maschinenfabrik, sollen hier jedoch nur kurz behandelt werden.

Im Juni 1922 erschien in der Zeitschrift für Bürobedarf folgende Anzeige:

In der Zeitschrift für Bürobedarf erscheint 1922 folgender Beitrag zur Vorstellung der Spitzmaschine Iduna:

Im Juli 1922 erschien in der Zeitschrift für Bürobedarf diese Anzeige:

Der folgende Beitrag stammt aus dem Handbuch für Büromaschinen (1927):

Die IDUNA wurde über einen langen Zeitraum gebaut. Es gab dann später noch einen Nachfolgetyp. In einem Messebericht zur Leipziger Herbstmesse 1949 heißt es "Der Stand der IDEA Maschinenfabrik Hans Michaelis, Leipzig, zeigt das gewohnte Bild mit den verschiedenen Spitzmaschinen und sonstigen Geräten, doch ist die bekannte "Iduna-2" noch nicht frei zu haben".

Im Jahr 1957 hatte die Fa. IDEA (dann in Berlin ansässig) noch als Marke sowohl die IDUNA-Bleistiftspitzmaschine, als auch die IDUNA 2-Bleistiftspitzmaschine angemeldet, allerdings auch von der IDEA-Bleistiftspitzmaschine, deren Produktion bis jetzt überhaupt nicht dokumentiert werden kann.

 

Messer und Fräser für Spitzmaschinen

Zusätzlich zu den Bleistiftspitzmaschinen nach dem Cutter- und Fräserprinzip stellte die IDEA Maschinenfabrik auch Ersatzmesser und -fräser her. Die folgende Annonce aus Burghagens Zeitschrift für Bürobedarf von August 1922 informiert darüber:

Interessant ist die Vielzahl der Fräser und Messer, die hergestellt wurden. Es werden sowohl Scheibenfräser für die eigene IDEA und für die bekannte Jupiter, Walzenfräser, geeignet z. B. für die Courant, Roneo und Noris, sowie auch für Eversharp, Ultra-Rapid und auch Cuttermesser für die Avanti angeboten. Besonders bemerkenswert ist das spezielle Messer für die Bleistiftspitzmaschine Quail der Fa. M. Erlebach Nachf., die wohl nur sehr selten gekauft wurde.

Zwei Monate eher im Juni 1922 gab es schon eine sehr ähnliche Anzeige in der Zeitschrift:

In einer folgenden Annonce in der gleichen Zeitschrift vom Oktober 1922 und dann auch weiter in 1923 fehlt dann das Quail-Messer :

Auch das Nachschleifen stumpfer Fräser wird hier offeriert und wurde wie die obige Rechnung zeigt 1951 noch angeboten.

 

Andere Produkte der Firma

Neben dem Hauptprodukt Bleistiftspitzmaschinen und den Ersatzmessern und -fräsern für Spitzmaschinen stellte die Firma noch einige weitere Produkte für den Bürobereich her.

In Burghagens Zeitschrift für Bürobedarf wurde 1924 wie folgt inseriert:

Schematisch abgebildet ist der IDEA-Schneider für das Büro und den Betrieb sowie die patentgeschützte Büro-Schneidemaschine IDEA.

Im später (1927) erschienenen Handbuch für Bürobedarf ist folgender informativer Eintrag für den IDEA-Schneider enthalten:

Eine dieser Schneidegeräte kann hier im Bild gezeigt werden:

 

Interessant in diesem Buch die Nennung der Verstärkungslochmaschine der IDEA Maschinenfabrik, die Colligo genannt wurde:

Diese Spezialmaschine sieht recht komplex aus. Durch elektrische Erwärmung werden die zur Verstärkung dienenden (Trocken)klebestreifen klebefähig! Sie war auf der Frühjahrsmesse 1925 in Leipzig erstmals vorgestellt worden.

Hans Michaelis hatte auch selbst einige deutsche Patente inne. So wurde am 24. April 1937 ein Streifenschreider patentiert. Hier ein Textauszug zum Stand der Technik:

Und hier noch ohne Erläuterungen die Zeichnungen aus dem Patent:

Nach dem Krieg beschäftige sich IDEA auch mit dem Equipment fürs Technische Zeichnen. So kann man in einem Messericht zur Leipziger Frühjahrsmesse 1950 lesen:

"zeigt die IDEA ... einen Zeichenapparat, der in seiner Wirkung fast großen Zeichenmaschinen gleichkommt. Das unter dem Namen Hubra herausgebrachte Gerät vereinigt in sich zwei Lineale von 200 und 120 mm Länge, einem Winkelmesser, je ein 60° und 45° Dreieck, sowie eine Schraffurschablone; für Reiß- und Parallelschienn verwendbar."

Am 26. Mai 1954, nun in Berlin-Charlottenburg wohnend mit der Berufsangabe "Industrie-Kaufmann" meldete er zusammen mit Johannes Brettschneider ein deutsches Patent zu einer "Los-Trommel" (!) an.

Am 25. April 1957 meldete er schließlich ein Gebrauchsmuster zu einer Reißschienenführung an:

Die Anmeldung enthielt ein Modell, aber keine Zeichnungen, die wiedergegeben werden könnten.

 

Andere Bereiche dieser Seite über das Bleistiftspitzen:

Übersicht / Einführung

Anfänge bis 1850

Zeit von 1851 bis 1860

Andere Bleistift-Spitzmaschinen:

Everett / Right, L. E. B., Avanti, Jowei, Ergo / Ergo Extra, Optimax, Fram, Stern, Potz-Blitz und Quail

 

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