Erich Täubert (Constanta)

Patentgeschichte - Industriegeschichte - Geschichten rund ums Bleistiftspitzen


Erich Täubert (Berlin) und die Spitzmaschine Constanta


Hier wird über Erich Täubert berichtet, der in Berlin mit Bürowaren handelte und zeitweise auch eine eigene Bleistiftspitzmaschine unter dem Namen Constanta vertrieb.

Ich freue mich sehr über jeden Hinweis zu Erich Täubert, seiner Familie, seiner Firma und natürlich seiner Spitzmaschine (siehe Kontakt). Gern können Sie auch etwas ins Gästebuch schreiben!

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Erich Täubert (Berlin)

Max Erich Täubert wurde am 21. April 1902 in Wurzen geboren.

Er war in Berlin Bürowarenhändler und taucht 1930 im Berliner Adressbuch auf und zwar als Vertreter, angesiedelt SW 68, Hollmannstr. 11. Im Jahr 1931 ist er auch unter "Pappscheren" notiert.

Diese Adresse bleibt die ganze Zeit, wo man ihn durch Adressbücher verfolgen kann, unverändert. Seine Wohnung war aber wohl nicht dort.

Am 9. Januar 1932, wohnhaft auf der Lindenstr. 70, heiratete er Hedwig Elisabeth Maria Kesy (geb. 11. Juli 1903 in Berlin).

Im Jahr 1933 finden sich für Erich Täubert Einträge unter Bleistiftspitzern und Bleistiftspitzmaschinen:

Unter "Heftmaschinen" ist notiert (vertreten wurden die bekannten Firmen Trioh und Lasch & Co sowie Wikö.):

In den Jahren 1939/40 wohnte Erich Täubert in Berlin-Mariendorf, Popperstr. 24.

Auch später im Jahr 1940 gibt es eine ganze Reihe von Einträgen von Erich Täubert und zwar unter Brieföffner, Geldzählkassetten, Heftmaschinen und auch Bleistiftspitzmaschinen. Hier der Eintrag unter Heftmaschinen (so auch 1943):

Man erfährt, dass Täubert Vertreter sowohl des Heft-Athlet, als auch wieder der Lasch- und der Trioh-Heftgeräte war. Hier Bilder von einem solchen Heft-Athleten und den dazu gehörigen Heftklammern.

Er war 1940 Vertreter der Iduna - und Clou - Bleistiftspitzmaschinen (so auch 1943):

Max Erich Täubert  starb am 25. Oktober 1949 (also mit nur 47 Jahren) in Berlin-Tempelhof im Städtischen Krankenhaus.

Sein Geschäft wurde weitergeführt. Von 1950 - 1973 (!!) gibt es Eintragungen als Großhändler unter seinem Namen in Berlin SW 68, Ritterstr. 123. Im Jahr 1969 wohnte seine Frau Hedwig Täubert immer noch auf der Popperstr. 24.

Arthur Täubert und Max Taubert

Neben Erich Täubert taucht in den Berliner Adressbüchern auch ein Arthur Täubert auf und zwar unter der exakt gleichen Adresse Hollmannstr. 41:

Während Erich die Iduna und Clou der Leipziger IDEA GmbH vertrieb, handelte Arthur mit der Hamburger Jupiter-Bleistiftspitzmaschine von Guhl & Harbeck. Diesen Eintrag gibt es im Berliner Adressbuch sowohl 1940, als auch noch 1943. Offensichtlich handelt es sich bei Arthur Täubert um einen Verwandten von Erich Täubert, z. B. einen Bruder. Er wohnte 1940 SW 29, Bergmannstr. 54. Auch noch nach dem Krieg wurde dort der Handel lange weiter geführt. Es gibt aus dem Jahr 1968 noch einen Eintrag einer Dorothea Täubert, Bürobedarf, vielleicht von seiner Frau oder Tochter?

Weiterhin gab es in Berlin Max Taubert (also nicht Täubert) der Vertreter für Bürogeräte war und etwa 1930 wahrscheinlich die Firma von Eugen Courant übernahm. So findet man 1940 und 1941 nachstehenden Eintrag.


Constanta - Die Bleistiftspitzmaschine von Erich Täubert

Die Spitzmaschine Constanta war eine der vielen in Deutschland vertriebenen Messerspitzmaschinen und zwar mit 6schneidigem Messer.

Sie wurde wahrscheinlich in den 1930er Jahren verkauft. Im Jahr 1931 erschien in Burghagens Zeitschrift für Bürobedarf eine Anzeige zu dieser Maschine.

Sie ähnelt insbesondere der Leipziger Simplicia - Spitzmaschine der Firma Idea GmbH / Idea Maschinenfabrik.

Hier Abbildungen eines erhaltenen Exemplars:

Es ist das typische "Avanti - Design" zu erkennen. Allerdings hat die Maschine wie die ? kein Blechschild.

Es ist ein Hebel zur Verstellung der Minenlänge vorhanden. Die Stiftaufnahme ist einfach gestaltet. Man muss den Stift mit Kraft durch die Halterung drücken. Beim Rückwärtsdrehen der Kurbel öffnet sich die Stiftaufnahme nicht.

Hier eine Abbildung aus einem 1936er Bürowarenkatalog, wo Messersterne u. a. für die Constanta (dort Konstanta geschrieben) angeboten wurden. Anders als die Abbildung zeigt, waren sie eigentlich genauso groß, wie die für den Marktführer der Cuttermesser-Spitzmaschinen, der Avanti:

Im Jahr 1939 wurde sie im Katalog der Gebr. Wichmann (Berlin) unter Artikelnummer 2975 angeboten:

Der Preis war 9 Mark, ein Ersatzmesser kostete 1,25 Mark. 

Wann der Verkauf endete ist unbekannt, vielleicht genau 1939? Jedenfalls wirbt Täubert ja 1940 für die Clou, quasi das Nachfolgemodell der Simplicia, die vielleicht nicht mehr gefertigt wurde. 

Andere Bereiche dieser Seite über das Bleistiftspitzen:

Übersicht / Einführung

Anfänge bis 1832        Zeit von 1833 bis 1850        Zeit von 1851 bis 1860

Andere Bleistift-Spitzmaschinen:

Everett/Right, L. E. B., Avanti, Simplicia / Clou / Iduna, Jowei / Eros, Ergo / Ergo Extra, Optimax, Fram, Stern, Potz-Blitz und Quail