Hand-Bleistiftspitzer


Hand-Bleistiftspitzer

Auf dieser Seite werden einige einfache Bleistiftspitzer vorgestellt, die von Hand ohne jeglichen sonstigen Mechanismus benutzt werden können. Davon gab und gibt es sicher Tausende verschiedene (einschließlich der ganzen Figürlichen).


Ich freue mich sehr über jeden Hinweis zu älteren Hand-Bleistiftspitzern oder zu Firmen, welche solche hergestellt haben (siehe Kontakt). Gern können Sie auch etwas ins Gästebuch schreiben!

zur Übersicht über die Geschichte des Bleistiftspitzens

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Der Bleistiftspitzer Kosmos                                                                                              noch in Bearbeitung!

Ein Bleistiftspitzer Kosmos wurde ab mindestens 1892 in den USA angeboten. Für Deutschland ist ein Verkauf eines Bleistiftspitzers mit diesem Namen bisher ab 1897 belegt. Zumindest über einen längeren, noch nicht genau zu benennenden Zeitraum ist der Spitzer mit der Hamburger Firma Blankenburg & Brunckhorst in Hamburg verbunden, wurde dort offensichtlich hergestellt. Daher soll im Folgenden zunächst auf diese kleine Büromaterialfirma eingegangen werden.



Papierzeitung 1921

Einheitliche Mindestverkaufspreise für Briefordner

Einheitliche Mindestverkaufspreise für Brlefordner Am 11. Februar fand in Frankfurt a. M. eine gemeinsame Sitzung der Briefordnerkonvention und des Reichsbundes Deutscher «Gegenstand der Papier- und Schreibwarenhändler statt.

Eine weitere Rechnung aus dem Jahr 1926:

1930

Franz Brunckhorst 1930 Hammerlandstr. 65

Ewald Blankenburg

10. Juni 1936 Patent Deckschiene von Bernhard Pfeiffer


Vielleicht nach dem Tod von Otto Blankenburg übernahm sein Sohn Oskar die Frma. Sie wurde auch nach dem Krieg weitergeführt.

Oskar Blankenburg 22. Juni 1949 deutsches Patent

"Aufreihvorrichtung für Ordner"

Dies beweist z. B. folgender Eintrag in einem Hamburger Adressbuch aus dem Jahr 1950:

Auch 1955 war die Firma unter Leitung von Oskar noch auf den Wendenstr. 429 ansäßig.


27. Februar 1960 Ordner Hamburg

14.11.1967 München

HEFTSTREIFEN FUER ORDNER, SCHNELLHEFTER U. DGL.


Der Bleistiftspitzer Kosmos

Ein Bleistiftspitzer mit dem Namen Kosmos taucht nach dem bisherigen Wissenstand zuerst in den USA auf. Das ist etwas merkwürdig, denn das Wort Kosmos ist kein englisches Wort, wird aber im deutschen Sprachraum verwendet, es kommt aus dem Griechischen und bedeutet (Welt-) Ordnung, auch ‚Schmuck oder Glanz.

Bisher läßt sich ein Bleistiftspitzer mit dem Namen Kosmos ab dem Jahr 1892 nachweisen. Damals erschien im American Stationer - dem führenden amerikanischen Office-Magazin folgender Text:

In The Burlington Free Press im Juni 1895 ist notiert:

Der Kosmos wird dort für 10 Cent von der Free Press accociation avisiert.

In der Zeitung The Record-Union steht 1897:

Auch hier kostet er 10 Cent und wir erfahren, daß er aus Bronze ist.

Im Jahr 1899 wird in der The Los Angeles Times geworben:

Für das Jahr 1900 gibt es einen gesicherte Info, dass die Firma American News Co., New York, N. Y. eine Handelsmarke Kosmos hatte (Anmeldung der Marke kann aber eher sein). Dies ist auch der älteste Hinweis auf eine Verbindung des Kosmos Pencil Sharpener zu einem Unternehmen.

Im gleichen Jahr wird dann der Kosmos gemeinsam mit Cohen´s Pencil Sharpener in The Baltimore Sun beworben

Beide kosten dort 8 Cent.

Ebenso aus dem Jahr 1900 ist folegdner Eintrag in dem Verkaufskatalog Manufacturing artists' colourmen (Winsor & Newton):

1901 steht dann im Carlisle Evening Herald:

Bei Posner´s gibt es ihn 1901 für 7 Cent, wie in der The Baltimore Sun steht:

Im Tools of Business : An Encyclopedia of Office Equipment and Labor Saving Devices von 1905 wird er wie folgt aufgeführt:

"Kosmos Pencil Sharpeners. Manufactured by the American News Co., New York, N. Y."

1907 steht in The American Stationer folgender interessante Beitrag:

Hier wird von der American News Company vor Nachahmungen des Kosmos gewarnt.

Im folgenden zwei weitere Anzeigen aus amerikanischen Zeitungen:

1910 aus The New York Times:

1912 aus The Central New Jersey Home News:

Im 1912er Verkaufskatalog "Inkstands, stationers' supplies and specialties" der Firma Frank A. Weeks Mfg. Co. steht folgender Eintrag, der nun endlich mal auch eine Abbildung zeigt:

Hier wird er im Dutzend für 1,5 US Dolllar angeboten.

Im 1914er Descriptive catalogue (Frost & Adams Co. importers and dealers in artists' materials, architects', engineers' draughtsmen's supplies, mathematical instruments and pyrography requisite) findet sich folgende schöne Verkaufsanzeige:

Hier wird der Kosmos als der "beste 15 Cent - Bleistiftspitzer auf dem Markt" bezeichnet!


Der Kosmos - Bleistiftspitzer in Deutschland und Europa

In Deutschland ist  ein Kosmos - Spitzer wahrscheinlich mindestens seit 1900 vertrieben worden. Im Jahr 1902 heißt es im Allgemeinen Anzeiger für Buchbindereien:

"Bleistiftspitzer , Kosmos". Die Papierwarenfabrik von Wilh. Langguth in Esslingen a. N. offeriert einen brauchbaren Bleistiftspitzer unter dem Namen .Kosmos", der seines billigen Preises wegen leicht verkäuflich sein dürfte. Derselbe ist aus Stahl und Messing gearbeitet und dient seinem Zweck bestens."

Zu der genannten Firma Papierwarenfabrik von Wilh. Langguth kann nichts gesagt werden, außer, daß es sie schon seit mindestens 1892 gegeben haben muß. Es ist eher unwahrscheinlich, daß sie den Spitzer selbst herstellte. Ob es sich um den gleichen, wie er in Amerika zu dieser Zeit verkauft wurde handelt, kann nicht gesagt werden.

Auch im Jahr 1910 wurde in der französischen Zeitung Le Petit Marseillais mit dem Text "Taille crayon  Le Kosmos, functionnement parfait, article recommandé, la piece 0.3 Franc"

1913 wurde der Kosmos - Bleistiftspitzer mit Abbildung im Illustrierten Hauptkatalog des Berliner Kaufhaus des Westens beworben:

Er kostete 20 Pfennig, der Granate - Spitzer im gleichen Katalog 50 Pfennig.

1915 steht im American Stationer:

Hier wird von der American News Company geschrieben, daß der Kosmos in Europa hergestellt wird. Danach gab es wohl durch den 1. Weltkrieg eine Lieferunterbrechnung. 1921 wurde dann in mehreren amerikanischen Medien über die Wiederverfügbarkeit des Kosmos - Spitzers berichtet:

In Geyer's Stationer wurde in diesem Jahr wie folgt geschrieben:

"THE COSMOS PENCIL SHARPENER The illustration shows a card holding one dozen Kosmos pencil Sharpeners, for which The American News Company, of New York, is sole manufacturer's agent. This pencil sharpener has always been a favorite among stationers, but was not obtainable during the war. The pencil sharpener is made of heavy metal with a finely ..."

Ebenfalls 1921 stand in Modern Stationer - Book seller :

"THE KOSMOS SHARPENER NOW AVAILABLE The trade will be interested in the new importation of the Kosmos Pencil Sharpener. A good supply is now on hand of this well known and popular item which is retailed at 15 cents."

und schließlich auch in diesem Jahr im Office Appliances - The Magazine of Office Equipment:

"Kosmos Sharpener Again on the Market - The American News Compan, New York, N. Y. has imported a large quantity of the “Kosmos” pencil sharpener, a fifteen cent seller well known in the school supply trade"

1927

American News Co., 131 Varick, York. "Dandy," "Kosmos."


Die Firma Blankenburg & Brunckhorst

Die Firma Blankenburg & Brunckhorst wurde wahrscheinlich um das Jahr 1900 oder auch schon etwas eher gegründet.

Sie bezeichnete sich selbst als Fabrik mechanischer Massenartikel mit der Spezialität Briefordner und Locher.

Im Branchenbuch von 1902/03 ist sie unter Briefordner auf der Süderstr. 95 verzeichnet, 1907 dann Heidenkampsweg 174, beides in Hamburg.

Einer der namensgebenden Inhaber war Otto Friedrich Ewald Blankenburg. Er wurde am 5. Sep 1863 geboren. Am 23. Mai 1887 heiratete er Auguste Sophie Marie (geb. Koop). Das Paar hatte mindestens 3 Kinder:  Alfred Franz (geb. 1887), Oskar (1892) und Otto Theodor (geb. ?). Er starb im Juni 1939.

Bei dem anderen Inhaber handelt es sich um Franz Brunckhorst. Er wurde am 5. Januar 1859 geboren. Am 13. Januar 1889 heiratete er Anna Friederike Emilie (geb. Koop) - scheinbar eine Schwester, Cousine o. ä. der obengenannten Ehefrau. Sie war am 4. September 1870 geboren worden. Das Paar hatte mindestens 3 Kinder: Herbert (geb. 1890), Irma Franziska (geb. 1899) und Edmund (geb. 1901). Seine Frau Anna starb - obwohl deutlich jünger als Franz - vor ihm, nämlich am 5. Januar 1933. Franz Brunckhorst selbst starb dann aber bereits im nächsten Jahr, nämlich am  26. September 1934.

Das Hauptprodukt der Firma stellten lange Zeit Briefordner dar.

Am 9. Mai 1901 wurde der Firma Blankenburg & Brunckhorst ein Deutsches Reichspatent mit dem Titel "Briefordner mit abgeschrägten hakenförmigen, in einander einschnappenden Greiferenden" erteilt. DE127784 Am 18. Mai 1904 erhielt die Firma ein weiteres Patent DE175294 "Briefordner mit gekröpftem Verschlusshebel gelagerter, in ihrer Achsenrichtung nicht verschiebbarer Gleitrolle".

Andere Firmen mit einer Reihe von Patenten rund um Briefordner waren Hermann Herdegen (Stuttgart, später Berlin) und Fa. Soennecken (Bonn), die sicher auch wesentliche Konkurrenten darstellten. Weitere Mitbewerber waren Aberle  & Birk, Emil Mehle, Beller´s Registrator Co. GmbH, Ferdinand Stiebel und natürlich Leitz.

"Briefordner mit einem aus Vulkanfiber oder ähnlichem Matertal bestehenden Druckstück, das von einem Handhebel getragen wird und zum Niederdrücken des gekröpften Teiles des Berschlußbügels dient. Blankenburg & Brunckhorst"

Hier Rechnungen aus den Jahren 1916 und 1920:



Andere Bereiche dieser Seite über das Bleistiftspitzen:

Übersicht / Einführung

Anfänge bis 1850

Zeit von 1851 bis 1860

Andere Bleistift-Spitzmaschinen:

Everett/Right, L. E. B., Avanti, Simplicia / Clou / IDUNA, Jowei, Ergo / Ergo Extra, Optimax, Stern, Fram und Quail


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